Mit dem Schweizer Profifussball in die digitale Zukunft

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Unter dem Motto „Your Soccer World goes digital“ wurde zum Schweizer Fussballkongress am 15. Mai 2018 im Stade de Suisse in Bern die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Zukunft des Profifussballs gestartet. Als Keynote Speaker verstand es Beat Ambord in ausgezeichneter Weise, die Digitalisierung im Fussball für die D-A-CH Region in den Fokus des Interesses zu rücken.

Im Kern des Impuls-Referates ging es darum, wie die Digitalisierung immer mehr auch den Sport ergreift und welche Wirkungen das insbesondere auf den professionellen Fussballsport haben wird. Wichtiges Thema dabei war es zu zeigen, wie die digitale Transformation das Leben verändert und welche Folgen es hat, wenn man sich der Digitalisierung verschliesst. Trends und Träume, Wünsche und Wirklichkeit, Wollen und Tun sind die Variablen in der digitalen Kommunikation, die schlussendlich aber vor allem mit Inhalten gefüllt werden müssen.

Geschwindigkeit und Inhalte

Insbesondere in der digitalen Transformation zählt Geschwindigkeit. Wer sich etwas tiefer mit der Wirkungsweise der digitalen Kommunikation befasst, kommt um das Thema Geschwindigkeit nicht herum. Dabei geht es weniger um die Verbindungsgeschwindigkeit und die Qualität der digitalen Infrastruktur, sondern viel mehr darum, wie sich Informationen digital verbreiten und in welchem grossen Tempo sich Entwicklungen vollziehen.

Sinn macht das Nutzen dieser Geschwindigkeit aber nur dann, wenn die digitale Kommunikation besonders auch im Sport mit Inhalten gefüllt wird. Für die User sind interessante, relevante und breit aufgestellte Inhalte das Fleisch am Knochen der Digitalisierung. Wer es nicht vermag, die potentiellen Nutzer mit Inhalten auf seine Seite zu ziehen, wird diese auch nicht längerfristig binden können. Diese Einsicht ist nicht nur für das Marketing im klassischen unternehmerischen Bereich, sondern auch für die Digitalisierung im Bereich Sportvermarktung von weitreichender Bedeutung.

Digitalisierung im Sport umsetzen

Vom Wirkprinzip aus gesehen ist die Digitalisierung im Sport eine verhältnismässig einfache Sache. Es kommt dabei nicht darauf an, die klassischen Schnittstellen zu besetzen sondern vielmehr, relevante Kanäle mit ebenso relevanten Inhalten zu belegen. Relevant ist hier alles das, was beim User ankommt, von diesem konsumiert, geteilt und kommentiert wird.

Ein Irrtum insbesondere in der digitalen Kommunikation von Sportevents besteht darin, dass geglaubt wird, Youtube sei der wichtigste Kanal in der Kommunikation mit den Interessenten. Das jedoch stimmt bei weitem nicht. Sicherlich können Videodateien bei Youtube interessante Inhalte vermitteln, sind aber nur eine Ergänzung zur Kommunikation mit den Usern. Viel spannender und schneller zeigt sich beispielsweise Whatsapp. Mit diesem Tool kann auf schnellste Weise eine direkte Verbindung zu den Nutzern hergestellt werden, die dazu auch noch ein gewisses Mass an Individualisierung ermöglicht. Und genau das ist es, was in der modernen digitalen Kommunikation wichtig und nahezu unerlässlich ist. Geschwindigkeit, Relevanz, Zielgruppenorientierung, Differenzierung und Individualisierung sind die Schlagwörter für eine gelingende Digitalisierung in der Event-Kommunikation im Sport.

Ergebnisse zählen

Wie in den klassischen Unternehmensfeldern gilt auch für die Digitalisierung im Sport, dass Ergebnisse zählen. Und wie in keinem anderen Bereich sind hier messbare Ergebnisse wichtig und unerlässlich. Beat Ambord analysiert beispielsweise Unternehmen und Sportvereine darauf hin, wie die konkreten Ergebnisse in der Umsetzung der Digitalisierung aussehen und leitet daraus die wichtigsten Schlussfolgerungen für Veränderungen ab.

Im Bereich Fussball D-A-CH wird gerade bei einer solchen Analyse schnell deutlich, dass es kaum Fussballclubs gibt, die die Werkzeuge der Digitalisierung im Sport und insbesondere in der digitalen Kommunikation mit Fans kennen, verstehen und richtig einsetzen. In der Schweiz lässt sich praktisch kein Beispiel finden, das hier als vorwärtsweisend charakterisiert werden könnte. Und selbst in Deutschland ist es gerade einmal der FC Bayern, der die Möglichkeiten der Digitalisierung im Fussball weitgehend erfolgreich spielt und versteht.

Erlebnis statt Ergebnis orientiert

Das klassische Marketing zeigt sich in erster Linie von seiner ergebnisorientierten Seite. Hier geht es ganz klar um Zahlen, Umsätze, Verkäufe etc. In Sport-Digitalisierung und insbesondere im Fussball geht es aber nicht in erster Linie um kommerzielle Ergebnisse, sondern um Erlebnisse. Eine erlebnisorientierte Kommunikation mit den Fans ist die Grundlage für wirtschaftliche Ergebnisse und nicht andersherum.

Hier lassen sich viele Ideen finden und umsetzen, sofern man bereit ist, solche Ideen zu entwickeln. Angehalten sind die Sportvereine, jeweils eigene Ideen zu entwickeln, die der eigenen Charakterisierung entsprechen. Damit gewinnt der Verein auch in der digitalen Kommunikation an Alleinstellungsmerkmalen, Einzigartigkeit und an einer Individualität, die ihn auch für die Fans einmalig macht.

Spannend zeigt sich dabei die Nutzung von WhatsApp in der Digitalisierung des Fussballs. Das alte behäbige Mittel der Mail ist viel zu langsam, um einem schnellen Spiel zu entsprechen. WhatsApp jedoch kann Vieles fast in Echtzeit umsetzen und ist daher das beste Kommunikationsmittel für den Sport, wenn es um die digitale Bindung zwischen Vereinen, Spielern und Fans geht. Man muss es eben nur richtig einzusetzen wissen.

Inputs von vielen Seiten

Nach einem überaus spannenden Impulsreferat ging es dann in der Podiumsdiskussion und den weiteren Vorträgen weiter darum, wie die Digitalisierung im Fussball intelligent und zielführend eingesetzt werden kann. Interessanterweise wurde hier immer wieder auf die Impulse aus dem Keynote Vortrag von Beat Ambord zurückgegriffen, was zeigt, dass ein grosser Teil der Teilnehmer die wichtigsten Inputs wohl verstanden hat.

Jetzt allerdings geht es um die konkrete Umsetzung, die im Detail bei den einzelnen Clubs, Ligen und Verantwortlichen doch noch ein gutes Stück Arbeit erfordert. Und auch hier wird wieder Geschwindigkeit zählen. Wer dabei bummelt, wird nicht Sieger sein können, so wie das eben auch im realen Sport ist. Tempo, Intelligenz und Spielwitz sind Eigenschaften, die nicht nur im Fussball selbst, sondern gerade auch in der Digitalisierung zählen. Und natürlich messbare Ergebnisse.

Wenn der jüngste Fussballkongress in der Schweiz dazu beitragen konnte diese Einsicht zu vertiefen, ist schon Vieles erreicht, was jetzt noch inhaltlich, strukturell und sicherlich auch kommerziell ausgebaut werden muss.

 

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